Projekte

Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Auf dem Weg zur Einheit – Erinnerungen an den Prozess der deutschen Einheit in digitalen Spielen

Jahrestage lassen sich dann produktiv für die historisch-politische Bildung nutzen, wenn sie – statt auf singuläre Ereignisse – auf die historischen Prozesse fokussieren. Mit Mauerfall und Einheit begannen politische und gesellschaftliche Vereinigungsprozesse, die noch heute anhalten. Der Prozesscharakter von Geschichte spiegelt sich in digitalen Spielen: Durch automatisierte Verfahren eröffnen sie prozessorientierte Umgebungen zum Experimentieren. Durch ihr Handeln entwickeln Spielende Geschichtsbilder. Als didaktisches Vehikel helfen Spiele, gesellschaftliche Aneignungen in historischen Entwicklungen sichtbar zu machen und zu reflektieren. Sie wirken dem Eindruck entgegen, dass Entwicklungen an punktuellen Umbrüchen geschähen und die Einzelnen kaum Handlungsspielräume hätten.

Das Projekt im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg fördert die Auseinandersetzung mit dem Einigungsprozess in Hamburg und kombiniert vier Bausteine für unterschiedliche Zielgruppen:

(1) Abendvortrag zur Darstellung der Wiedervereinigung in digitalen Spielen;
(2) Workshop als „GameJam“: Sensibilisierung von Entwickler*innen durch Erarbeitung funktionsfähiger digitaler Spiele zum Thema;
(3) mehrtägiger Workshop für Schüler*innen, die an Games-Editoren experimentell eigene Ideen und Erkenntnisse verwirklichen;
(4) eine multimediale „Social Media Wall“ zeigt Erinnerungen von Hamburger*innen an den Einigungsprozess und fördert öffentlichen Austausch.

Das Konzept, mit digitalen Spielen den Einheitsprozess sichtbar zu machen, zielt auf ein Empowerment und trägt zur Demokratiebildung bei. Die Teilnehmenden sollen befähigt werden, ihre Gestaltungsmöglichkeiten in gesellschaftspolitischen Prozessen wahrzunehmen.
Das Projekt wird gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Projektlaufzeit: Mai bis Oktober 2020

Federführung: Nils Steffen & Nico Nolden